Die Anforderungen an die Antennenstandorte sind recht einfach: Je höher desto besser und eine Sichtverbindung zur jeweils anderen Antenne muß vorhanden sein.

An meinem Haus war die Sache einfach: Rauf aufs Dach und dort montieren, wo es am einfachsten und schnellsten zu realisieren ist. Ich habe einen handelsüblichen Wandhalter für Satellitenantennen aus dem Baumarkt besorgt.
Diesen Wandhalter habe ich dann einfach umgedreht, mit der Platte für die Wandbefestigung nach unten auf ein nicht mehr benutztes Trittblech gesetzt und verschraubt.
Das Kabel wird einfach unter der Dachkante hinaus geführt und an einer Dachkralle befestigt, damit es sich bei Sturm nicht bewegt und es so zu Beschädigungen am Stecker kommt.

Antenne und Kabel werden über N-Stecker verbunden. Diese Stecker sind zwar mechanisch sehr stabil, jedoch kann durch die Überwurfmuttern Feuchtigkeit eindringen. Dadurch würden die Kontakte im Steckerinneren nach und nach oxidieren. Darauf reagiert das WLAN-Signal sehr empfindlich.
Gegen dieses natürliche, und im Fehlerfall schwer auszumachende Problem gibt es eine ganz einfache Lösung: Man umwickelt den ganzen Stecker einfach mit einem Isolierband.
Natürlich nicht das 20-Cent-Klebeband aus dem Baumarkt. Für diese Anwendung gibt es spezielles Klebeband aus selbstvulcanisierendem Gummi. Es ist mit einem speziellen Zweikomponenten-Klebstoff beschichtet.
Zieht man das Band von der Trägerfolie ab und umwickelt damit den Stecker, so reagiert der Klebstoff chemisch mit der Rückseite des Gummibandes auf das er gewickelt wird.
Dadurch verschweißt sich dieses Band selbst zu einer homogenen Gummimasse. Der Klebstoff kann nicht mehr ermüden, das Band löst sich niemals ab.
Für den AccessPoint und dessen Stromversorgung habe ich mir vom Schrottplatz einen ausgedienten Schaltkasten aus DDR-Zeiten besorgt. Dieser Kasten besteht aus massivem Aluminium-Druckguss und wiegt mit allem Drum und Dran gute 10 kg.

Links sieht man den AccessPoint, rechts daneben eine Steckdose mit dem Steckernetzteil. Unten zu sehen sind die Kabelzuführungen für Strom (grau), Netzwerk (grün) und Antenne (weiß).
Weil der Kasten kopfüber an der Dachschräge hängend montiert ist, habe ich das Netzteil mit einem Kabelbinder an der Grundplatte befestigt. Der AccessPoint selbst verfügt über Schraublaschen, in die ich Schrauben M4x20 eingesetzt und mit der Montageplatte verschraubt habe.
Der Kasten selbst ist laut Typenschild seetauglich und erfüllt die Schutzklasse IP54. Aus diesem Grund konnte ich eine normale Aufputz-Steckdose verwenden ohne besondere Feuchtraum-Eigenschaften.
Da sich der Kasten wettergeschützt im Gebäude befindet, habe ich hier auf besondere Wärmedämmung verzichtet. Ich erwarte hier keine derart kalten Winter. Außerdem stellt das Steckernetzteil eine gute Wärmequelle dar.
Es ist wichtig, den Kabeleinlaß unten abzudichten, da solche Kästen z.B. gern von Wespen als Nistplatz genutzt werden.
Ich hätte natürlich den AccessPoint auch einfach irgendwo unter dem Dach hinstellen können. Doch es kann schnell passieren, daß man mit etwas dagegen stößt. Diese empfindlichen Geräte könnten dadurch leicht Schaden nehmen.
War die Montage an meinem Wohnhaus noch einfach und schnell erledigt, so sah die Sache im Gewerbegebiet schon ganz anders aus. Erstens war nirgends ein Rohr oder Ähnliches vorhanden, das ich als Mast hätte nutzen können. Zweitens ist die Werkhalle außen Leichtbau mit Wellblech, sodaß man auch einen Wandhalter nicht ohne Weiteres hätte befestigen können.

Ich habe von einem Schlosser eigens einen Masten anfertigen lassen, welcher im Fundament der Werkhalle verankert wurde. Der Mast ist als Ganzes verzinkt, somit können Witterung und Chemikalien nichts ausrichten.
Der Platz für den Mast wurde mir von der Firma zugewiesen, der die Werkhalle gehört.
Das große Gerät im Vordergrund ist ein Wärmetauscher, was insofern recht vorteilhaft ist da so die Antenne im Winter schnell von Schnee und Eis befreit wird. Für die Zuleitungen zu diesem Wärmetauscher waren bereits Durchbrüche in der Wand, die ich für meine Kabel mit nutzen konnte.
Da für den Wärmetauscher bereits im Gebäudeinneren ein Erdungsanschluß vorhanden war, brauchte es für eine vorschriftsmäßige Erdung des Mastes nur noch ein Stückchen Erdungsleitung 16 mm².
Der Mast ist ca. 4,20 Meter hoch. Oben sieht man die Antenne, unten den Schaltkasten mit der Sende- und Empfangstechnik.
Das Antennenkabel verläuft durch Bohrungen im Inneren des Mastes. Dadurch ist es vor mechanischen Beschädigungen geschützt, wie sie in der Umgebung von Werkhallen denkbar sind. Der Übergang vom dickeren H155-Kabel auf das dünnere Pigtail liegt ebenfall innerhalb das Rohres. Das Pigtail-Kabel ist natürlich auch outdoorfähig.

Der Schaltkasten ist direkt am Mast an eigens dafür vorgesehenen Streben befestigt.
Der Schaltkasten am Mast ist nahezu baugleich mit dem oben gezeigten auf meinem Dachboden. Wie durch Zufall hatte mein Nachbar diesen Kasten in die Schrottsammlung gegeben, just als ich auf der Suche nach ebensolchen Kästen war. Selbstverständlich weist auch dieser Kasten die Schutzklasse IP54 auf und ist somit für die Montage im Freien geeignet.
Im Unterschied zu dem ersten Schaltkasten verfügt dieser über eine Wärmedämmung sowie eine zusätzliche zweite Steckdose. Diese habe ich vorgesehen, um im Sommer evtl. eine Ventilation nachrüsten zu können falls es im Kasten zu warm wird.
Der Kasten selbst besteht aus verzinktem Stahlblech, welches ich zusätzlich mit Zinkspray veredelt habe.
Rechts oben sieht man den AccessPoint, links daneben die beiden Steckdosen und das Netzteil. Dieses ist wieder mit einem Kabelbinder verankert.
Der Kabelwickel ist lediglich der Rest eines überlangen Netzwerkkabels und hat sonst keine besondere Bedeutung.
Regenwasser fließt naturgemäß nach unten. Aus diesem Grund habe ich die Kabelzuführungen unten angebracht, sodaß Regentropfen nicht am Kabel entlang rinnen können. Die Durchführung in den Kasten erfolgt durch handelsübliche PG-Verschraubungen, beispielsweise von Bopla.

Hier zu sehen die Kabeleinführungen an der Unterseite des Schaltkastens für Antennenkabel (links), Netzwerk (Mitte) und Strom (rechts).
Die Stromleitung und das Netzwerkkabel verlaufen gemeinsam in einem schwarzen Installationsschlauch aus PVC um sie vor mechanischen Beschädigungen zu schützen.
Rechts unten ist der Erdungsanschluß mit dem vorgeschriebenen 16 mm² Erdungsleiter zu sehen.
Der Kabelschacht rechts in der Mitte war bereits vorhanden und konnte von mir praktischerweise mitgenutzt werden.
Die Montage des Masten war recht schwierig, da an jenem Tag sehr starker Wind herrschte. Die Schlosserei war mit einer Hebebühne vor Ort, sodaß ich gleich in einem Rutsch auch die Antenne angebracht habe.
Natürlich fehlt zum kompletten System noch eine wichtige Komponente: Der Telefonanschluß mit DSL-Splitter und Modem. Diese befinden sich in einem dritten Kasten im Gebäudeinneren.

Da ich leider nicht so viel Glück hatte einen dritten Schaltkasten auf dem Schrottplatz zu finden, mußte ich notgedrungen einen kaufen.
Der dritte Schaltkasten ist ein recht einfacher Kasten aus pulverbeschichtetem Stahlblech. Er ist abschließbar und mit einem Zylinderschloß ausgestattet. Die Rückwand bildet eine simple Platte aus Preßholz, dadurch ist die Montage der Geräte besonders einfach.
Hier zu sehen: Steckdose mit Netzteil für das DSL-Modem (oben links), rechts daneben der Stromanschluß. In der Mitte der DSL-Splitter (weiß), darunter das DSL-Modem (blau-grau). Rechts unten die Netzwerkdose mit dem eigentlichen Telefonanschluß.
Das DSL-Modem und der Splitter verfügten praktischerweise über Schraublaschen. Somit war die Montage kein Problem.
An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Herrn Stiebling von der Firma Borbet, der das Netzwerk und Telefon angeschlossen und eingerichtet hat.
So schnell und unkompliziert die Montage des DSL-Kastens auch war, bis es überhaupt dazu kam, daß das DSL funktionierte brauchte es geschlagene 3 Wochen.
Die Schaltkästen waren insgesamt recht günstig. Die ersten beiden bekam ich kostenlos aus dem Schrott. Für Zinkspray und neue Dichtungen habe ich insgesamt ca. 20 Euro ausgegeben. Der Dritte Schaltkasten schlug dann noch mit 35 Euro zu Buche.
Die Innereien des DSL-Kastens waren insgesamt kostenlos. Steckdose und Verteilerdose hatte ich auf Lager, Splitter gabs zum DSL-Anschluß dazu, das Modem zum DSL-Providervertrag.
Der Netzwerkanschluß inkl. der Aufschaltung des Telefonanschlusses wurde mir freundlicherweise von der Borbet Thüringen GmbH zur Verfügung gestellt.
Alle drei Kästen habe ich vormontiert, sodaß sie nur noch als komplette Baugruppe montiert und angeschlossen werden mußten.