Letzte Aktualisierung: 29. Dezember 2009 | 808804 | Anbieterkennzeichnung
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Die Netzwerkebene

Ortsverteilung - Professionell

Quality of Service

Will man auf technischen Weg dafür sorgen daß die verfügbare Internet-Bandbreite gerecht verteilt wird, so muß man weitere Maßnahmen ergreifen. Zu diesem Zweck wird ein weiterer Router in das Netzwerk gebracht. Dieser wird logisch zwischen der Richtfunkstrecke zum DSL-Anschluß und der Ortsverteilung plaziert. Dieser zusätzliche Router erhält den Zugriff auf die gesamte Internet-Bandbreite und zwar als einziger im Ortsverteilnetz.

Genau wie der DSL-Router arbeitet auch der Ortsverteilrouter als Gateway, in diesem Fall zwischen dem Richtfunknetz und dem Ortsverteilnetz. Die Clients verwenden nicht den DSL-Router als Internet-Gateway sondern den Ortsverteilrouter. Der Ortsverteilrouter bestimmt welcher Client im Ortsverteilnetz wie viel Internet-Bandbreite bekommt. Im Grunde wird die Qualität des Internetzugangs beeinflußt. Darum nennt man dieses Verfahren auch "Quality of Service".

Auf den ersten Blick erscheint es als Verschlechterung der Qualität, wenn man die maximale Bandbreite die ein Client erhalten kann einschränkt. Dem ist aber im Grunde nicht so. Wie bereits erwähnt können einzelne Anwendungen die gesamte Bandbreite belegen. Dann bliebe für andere Teilnehmer nichts mehr übrig. Dadurch würde die Mehrzahl der Teilnehmer benachteiligt während ein einzelner alle Vorteile hätte. Indem man die maximale Bandbreite einschränkt behält man Reserven, die unter den restlichen Teilnehmern verteilt werden können.

Bei den meisten Anwendungen (Webbrowser, eMail-Programme und Instant Messenger) werden nur sporadisch Daten übertragen. Ein Beispiel: Eine Webseite besteht aus vielen kleinen Dateien wie Bildern, der eigentlichen HTML-Datei, JavaScript- und Stylesheet-Scripts und Ähnlichem. Nachdem die Seite geladen ist verweilt der Anwender einige Zeit auf dieser Webseite und betrachtet diese. Während dieser Zeit werden keine oder nur wenige Daten übertragen. Also kann man während dieser Zeit die Daten anderer Teilnehmer des Ortsverteilnetzes übertragen. Wichtig ist dabei nur, dafür zu sorgen daß die Übertragung der Daten der einzelnen Teilnehmer geschickt verwaltet wird. Diese Aufgabe übernimmt der Ortsverteilrouter.

Webcache

Ein Teilnehmer des Ortsverteilnetzes besucht eine bestimmte Webseite. Diese Webseite enthält Bilder und andere verknüpfte Dateien. Also werden diese Dateien vom Webbrowser abgerufen und durch die Internet-Verbindung übertragen. Jetzt kann es vorkommen, daß ein anderer Teilnehmer des Ortsverteilnetzes die selbe Webseite kurze Zeit später aufruft. Also müßten alle Dateien noch einmal übertragen werden. Das beansprucht natürlich auch Bandbreite.

Durch den Einsatz eines sogenannten Webcaches können Inhalte aus dem Internet einige Zeit zwischengespeichert werden. Spätere Aufrufe der selben Webseite werden dann nicht mehr aus dem Internet bedient sondern aus dem Zwischenspeicher. Dadurch spart man Internet-Bandbreite und beschleunigt den Seitenaufbau.

Besonders deutlich wird dies, wenn eine größere Datei zum ersten und zum zweiten Mal heruntergeladen wird. Der erste Download wird noch aus dem Internet bedient, der zweite dann schon aus dem Zwischenspeicher. Dies kann bei häufig besuchten Inhalten wie die von Auktionshäusern, Freemail-Anbietern oder Betriebssystemherstellern deutliche Verbesserungen der Internet-Performance mit sich bringen.

Doch was ist, wenn sich auf einem Webserver die Inhalte verändern? Die Teilnehmer des Ortsverteilnetzes bekommen natürlich nicht auf ewig die einmal zwischengespeicherten Dateien aus dem Webcache ausgeliefert. Bei jeder Anfrage eines Webbrowsers an den Webcache wird daher der Webserver im Internet befragt, ob sich die Inhalte geändert haben. Wenn ja werden diese entsprechend aktualisiert.


Der Webcache wird vom Ortsverteilrouter bereitgestellt. Dazu benötigt man natürlich entsprechende Programme. Dazu erfahren Sie später mehr. Neben der passenden Software wird natürlich auch ein Speichermedium benötigt. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Festplatte. Bei der Anschaffung dieser Festplatte sollte man sich folgendes vor Augen halten: Der Webcache besteht typischerweise aus einer großen Zahl an relativ kleinen Dateien. Das bedeutet, daß die Mechanik in der Festplatte sehr schnell und sehr oft reagieren muss um die vielen auf der Festplatte verstreuten Dateien aufzufinden. Daraus resultiert ein höherer Verschleiß der Festplatte als im normalen Bürobetrieb eines PC. Man sollte hier ggf. etwas mehr investieren und eine höherwertige Festplatte kaufen. Man sollte hier auch auf einen besonders großen Festplattencache achten (8 oder 16 Megabyte).

Stromversorgung

Der Ortsverteilrouter ist das zentrale Element der professionellen Ortsverteilung. Er befindet sich typischerweise in dem Gebäude welches auch den Endpunkt der Richtfunkstrecke darstellt. Besonders in Privathaushalten kommt es immer wieder vor daß die Stromversorgung für kurze Zeit unterbrochen wird. Der Fehlerstrom-Schutzschalter (kurz "FI-Schalter") ist hierfür die häufigste Ursache. Meist lösen defekte Waschmaschinen, Spülmaschinen oder Wasserkocher den FI-Schalter aus.

Die Folge ist daß sämtliche Teilnehmer des Ortsverteilnetzes plötzlich vom Internet abgeschnitten sind wenn der Ortsverteilrouter wegen Stromausfall nicht erreichbar ist. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine sogennante unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Dabei handelt es sich einfach gesprochen um ein Gerät mit Puffer-Batterie, welches zwischen Ortsverteilrouter und Steckdose geschaltet wird. Dieses Gerät überwacht permanent die Stromversorgung und schaltet bei Stromausfall ohne Unterbrechung auf die Puffer-Batterie um. Je nach Kapazität dieser Puffer-Batterie und Stromverbrauch des Ortsverteilrouters kann eine USV den Betrieb für einige Minuten bis wenigen Stunden aufrecht erhalten.

Natürlich muß man auch die WLAN-Geräte die die Ortsverteilung betreiben sowie den Richtfunk-Accesspoint in die unterbrechungsfreie Stromversorgung einbeziehen.


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