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In den meisten Fällen Ja. Naturgemäß hat eine Richtfunkstrecke zwei Enden und an jedem Ende muß ein Gerät inkl. Richtantenne vorhanden sein. Auch wenn viele Accesspoints zwei Antennenanschlüsse besitzen, ist intern nur eine einzige Funknetzwerkkarte vorhanden. Darum bleibt der zweite Anschluß offen. Auf keinen Fall ist es möglich mit einem einfachen Accesspoint sowohl die Gegenstelle einer Richtfunkstrecke zu bilden und gleichzeitig mit einem Rundstrahler eine Verteilung zu realisieren.
Einzige Ausnahme hiervon bilden Accesspoints mit zwei Funknetzwerkkarten (NIC). Solche Geräte sind aber relativ selten. Zu nennen wären da der OAP-54, IAP-54 und der L-54 dual von Lancom sowie die Routerboards von Mikrotik. Es gibt auch Exoten wie den Linksys WRT55AG welche zwar zwei Funk-NIC besitzen, diese jedoch nicht gleichzeitig betreiben können. Solche Geräte taugen dann ebenfalls nicht für einen Richt-/Verteilfunk-Kombibetrieb. Das sollte man vor einer Anschaffung nötigenfalls durch Datenblätter oder Support-Nachfragen abklären.
Ein WLAN ist ein größtenteils selbstorganisierendes Netzwerk. Auf der Funknetzebene melden sich Clients automatisch beim Mastergerät an, wählen die nötigen Frequenzen selbsttätig usw. Auch besitzt die Datenübertragung eine sehr umfangreiche Fehlerkorrektur sodaß Funkstörungen nicht zu Datenverlust bei der Übertragung führen. All das bedeutet einen enormen Aufwand an eigenständiger Komunikation der WLAN-Geräte untereinander. In der Praxis ist das Verhältnis in etwa 50% Nutzdaten und 50% Organisationsdaten. Darum kann man Angaben der Hersteller wie "54 MBit/s" oder "108 MBit's Turbo" schon mal über den Daumen durch Zwei teilen. Aus 54 MBit/s Bruttobandbreite werden so rund 25 MBit/s Nettobandbreite.
Hinzu kommt, daß ja hier von Megabit gesprochen wird. Dateigrößen u.Ä. werden aber in der Regel in Megabyte gemessen. Ein Byte besteht bekanntlich aus 8 Bit. Darum muss man dann die Nettobandbreite noch einmal durch acht teilen. So werden aus 25 MBit/s Nettobandbreite 3,1 MByte/s echte Bandbreite. Dieser Wert bedeutet, daß eine 3,1 Megabyte große Datei im Idealfall eine Sekunde braucht um durch das WLAN übertragen zu werden. Da die WLAN-Geräte aber je nach Qualität der Funkverbindung dynamisch auf niedrigere Bandbreiten umschalten können ist es durchaus möglich daß die Übertragung mehr Zeit benötigt.
Über den Daumen immer doppelt so viel Bruttobandbreite wie die des DSL-Anschlusses. Für DSL-1000 reichen demzufolge 2 MBit/s auf der Richtstrecke. Für ein DSL-6000 dann entsprechend 12 MBit/s. Für ein aktuelles ADSL2-16000 dann logischerweise 36 Mbit/s auf dem WLAN (eine 32-MBit/s-Stufe gibt es beim WLAN nicht).
Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten da hier neben der reinen Entfernung noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel die Beschaffenheit des Geländes, Baumbewuchs, Siedlungen unter der Richtstrecke die durch evtl. andere WLAN's die Verbindung beeinträchtigen usw. Auch spielt die eingesetzte Frequenz eine wichtige Rolle. Je höher die Frequenz umso höher auch die Dämpfung der Luft zwischen den beiden Richtantennen. Gleichzeitig wird bei zunehmender Frequenz aber auch die Fresnelzone kleiner wodurch wieder Vorteile entstehen können.
All diese verschiedenen Faktoren machen es sehr schwer, eine Vorabeinschätzung der erreichbaren Bandbreite zu machen. Ein Beispiel: Als ich mit der Planung der ersten, 6,5 Kilometer langen Richtstrecke befaßt war wurde mir von einem Experten des Fachmagazins c't und der Firma Lancom eine wahrscheinliche Bandbreite von 6 MBit/s verhergesagt. Bei einem ersten Test mit nur grob ausgerichteten Antennen erreichte ich schon im ersten Anlauf 18 Mbit/s. Mit feiner ausgerichteten Antennen wurden es später 36 MBit/s die ich durch eine Reduzierung der Sendeleistung auf 24 Mbit/s drosselte. An diesem Beispiel sieht man, daß selbst der Hersteller der Geräte falsch liegen kann. In diesem Fall war es ein Irrtum zu meinen Gunsten. Das kann aber an anderer Stelle schon wieder umgekehrt aussehen.
Als ungefährer Richtwert hat sich hier in der Praxis eine Grenze von 3 Kilometern bewährt. Bis 3 Kilometer Entfernung erreicht man mit günstigen 2,4-GHz-Geräten noch passable Funkverbindungen. Darüber hinaus gehende Entfernungen sollte man mit 5 GHz überbrücken. Diese 3-Kilometer-Grenze kann je nach Gelände etwas variieren. Je schlechter die Sichtverbindung umso weiter sinkt diese Grenze.
Im 2,4 GHz Band kann man den zu verwendenden Kanal am Accesspoint fest einstellen. Die Clients richten sich nach dieser Einstellung. Im 5 GHz Band dagegen ist keine feste Einstellung möglich. Hier suchen sich die Accesspoints die Frequenz selbst aus um Störungen durch andere Funkdienste zu vermeiden. In der Regel handeln moderne 5-GHz-Geräte die Frequenzen sehr schnell untereinander aus sodaß man im Regelbetrieb keine Unterbrechung des Netzwerks feststellen kann. Meist ist die vollkommen automatische Frequenzwahl sogar die komfortablere und zuverlässigere Methode.
Das hängt davon ab, welche Geräte als Richtfunk-Accesspoints verwendet werden. Manche Geräte besitzen einen internen DSL-Router. In dem Fall werden nur ein DSL-Splitter und ein DSL-Modem benötigt. Das DSL-Modem wird mit einem LAN-Kabel mit dem Accesspoint verbunden. Es gibt auch WLAN-Geräte die das DSL-Modem bereits integriert haben. Hier wird das WLAN-Gerät direkt mit dem DSL-Splitter verbunden. Allerdings gibt es auch Accesspoints die keines von beidem besitzen. In dem Fall ist ein separater DSL-Router notwendig. Hier hilft nur ein Blick in das Datenblatt eines Gerätes. In jedem Fall muss ein Richtfunk-Accesspoint per LAN-Kabel mit dem DSL verbunden werden. Da viele DSL-Anbieter kostenlose Geräte beilegen die WLAN-fähig sind sollte man hier besonders darauf achten, daß diese Geräte neben dem WLAN auch noch einen Anschluß für kabelgebundene Netzwerke besitzen.
Der DSL-Router muss in der Nähe des DSL-Anschlusses plaziert werden. Also auf der Seite mit dem DSL. Zwar ist es theoretisch möglich, das beim DSL verwendete Protokoll (PPPoE) durch die Richtfunkstrecke zu übertragen und den DSL-Router auf der anderen Seite der Richtstrecke zu plazieren. In der Praxis ist das jedoch sehr ungünstig. Das PPPoE-Protokoll reagiert sehr empfindlich auf Datenverluste die gerade beim WLAN gelegentlich auftreten können. Die Folge sind DSL-Verbindungsabbrüche und längerdauernde Neueinwahlen des Routers.
Mit Einschränkungen Ja. Grundsätzlich ist das möglich. Doch muss dazu die Richtstrecke auch die nötige Bandbreite bereitstellen um die Kapazitäten nutzen zu können. Mehrere kombinierte DSL-Anschlüsse führen nicht dazu, daß z.B. Downloads auf einem einzelnen Rechner schneller ablaufen. Auch mehrere parallele Downloads werden dadurch nicht beschleunigt.
Will man aber mehrere Teilnehmer in einem Ort versorgen, so kann man einzelne Teilnehmer oder Teilnehmergruppen unterschiedlichen DSL-Anschlüssen zuweisen. Das erfordert jedoch einen Router (nicht DSL-Router sondern einen "normalen" Router) hinter der Richtstrecke welcher in der Lage ist mehrere Internet-Gateways und Benutzer (-gruppen) zu verwalten.
Noch eleganter wird das Ganze mit "Load Balancing". Hier nutzt der Router die unterschiedlichen DSL-Anschlüsse je nach Auslastung. Hier kann man z.B. Lastspitzen auf andere DSL-Tarife "umleiten". So kann man für stundenweise auftretende Lastspitzen einen Zeittarif auf einem sekundären DSL-Anschluss nutzen und für den allgemeinen Datenverkehr eine Flatrate auf dem primären DSL-Anschluss.
Prinzipiell ist es möglich, einen Accesspoint über das LAN-Kabel mit Strom zu versorgen. Im LAN-Kabel sind acht Leitungen vorhanden, davon werden jedoch nur vier für die Datenübertragung verwendet. Die übrigen Leitungen kann man also für die Stromversorgung verwenden.
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Verfahren. Einmal das genormte "Power-over-Ethernet" (PoE) nach der Norm IEEE 802.3af. Hierbei sorgt das WLAN-Gerät selbst für die nötige Aufbereitung des per LAN-Kabel gelieferten Stroms. Bei diesem Verfahren wird ein sogenannter PoE-Injektor verwendet. Dieser wird am entgegengesetzten Ende des LAN-Kabels angeschlossen. Das zweite Ende des LAN-Kabels wird direkt mit dem Acesspoint verbunden. Hierbei muß der Accesspoint aber ausdrücklich für PoE nach IEE 802.3af geeignet sein.
Die zweite Möglichkeit bietet sich an, wenn der Accesspoint nicht selbst in der Lage ist den per LAN-Kabel gelieferten Strom aufzubereiten. Dies ist bei den meisten günstigeren Geräten der SoHo-Klasse der Fall. Hier wird wie beim PoE-Verfahren ein Injektor am entgegengesetzten Ende des LAN-Kabels angeschlossen. Das zweite Ende wird dann aber nicht direkt mit dem Accesspoint verbunden sondern über einen sogenannten Extraktor geführt. Der Extraktor "entnimmt" den per LAN-Kabel gelieferten Strom, bereitet ihn für den Accesspoint auf und gibt ihn dann an denjenigen Anschluß am Accesspoint weiter, an den normalerweise das Steckernetzteil angeschlossen wird.
Beide Verfahren sind zueinander nicht kompatibel. Bevor man ein PoE installiert sollte man sich genau informieren welches Verfahren geeignet ist und auch auf die korrekten Versorgungsspannungen und Polaritäten achten. Ansonsten kann es zu Beschädigungen der Geräte kommen.
Will man außer sich selbst noch andere Einwohner seines Heimatortes am Breitband-Internet teilhaben lassen, so stellt sich schnell die Frage wie man die begrenzte Kapazität eines DSL-Anschlusses gerecht aufteilt.
Zunächst muss man wissen daß verschiedene Anwendungen unterschiedliche Lasten auf dem DSL-Anschluss erzeugen. Relativ genügsam ist das reine Surfen im Internet mittels Webbrowser. Hier genügt ein DSL-1000-Anschluß locker um 30 Rechner zu versorgen. Auch eMail-Programme sind nicht DSL-lastig solange man keine übergroßen Dateianhänge verschickt. Ebenso sind Instant Messenger sehr sparsam.
Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Anwendungen, die sich als wahre "Performance-Killer" erweisen. Dazu gehören insbesondere diejenigen Programme, die große Datenmengen übertragen. Hier wären als erstes Download-Manager und Filesharing-Anwendungen zu nennen.
Solange man sein Ortsverteilnetz im Bekanntenkreis betreibt und es durch einfache Absprachen möglich ist, kann man die Nutzung solcher DSL-lastigen Anwendungen per Handschlag ausschließen.
Wird der Nutzerkreis größer und kommen vorallem Jugendliche ins Spiel sollte man auf technischem Wege einige Vorkehrungen treffen. Hierzu nutzt man Verfahren wie "Quality of Service - QoS", Portsperren und Paketfilter.
Quality of Service ist ein relativ allgemein gefaßter Begriff. Im Normalfall beschreibt er die Methode, jedem einzelnen Netzwerkteilnehmer eine bestimmte Minimal- und Maximalbandbreite zuzuweisen.
Portsperren sind die einfacheren Werkzeuge. Solange ein Programm bestimmte Ports nutzt lassen sich diese leketiv sperren. Damit wird die Kommunikation dieser Anwendungen mit dem Internet unterbunden.
Es gibt jedoch Programme welche entweder keine bestimmten Ports nutzen sondern diese zufällig auswählen oder sie nutzen Ports, die auch von anderen Anwendungen genutzt werden. Hier kann man nicht einfach den Port sperren ohne die anderen Anwendungen gleich mit auszuschließen. In diesem Fall kommt ein Paketfilter zum Einsatz. Dabei werden die übertragenen Daten analysiert und anhand von bestimmten Merkmalen blockiert oder weitergereicht. Die Paketanalyse ist ein sehr umfangreiches Werkzeug. Jedoch erfordert dies auch eine größere Rechenleistung. Das sollte man bedenken denn ein PC im Dauerbetrieb ist ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.
Technisch gesehen ja. Es genügt, einen DSL-Router mit mehreren Netzwerkanschlüssen einzusetzen. Vom rechtlichen Standpunkt betrachtet kann man nur davon abraten. Insbesondere dann, wenn hinter der Richtfunkstrecke eine weitere Verteilung an Nachbarn erfolgt. Die Verantwortung für die durch den DSL-Anschluß übertragenen Daten trägt immer der Anschlußinhaber. Also der freundliche Bekannte, der seinen DSL-Anschluß teilen wollte.
Haben beide Nutzerkreise uneingeschränkten Zugriff auf das DSL, so wird es früher oder später zu Streitereien kommen daß der Download der einen Seite den Mailversand der anderen Seite ausbremst.
Es ist daher dringend angeraten, jeweils einen DSL-Anschluß installieren zu lassen. Dann trägt man zwar die doppelte Grundgebühr für DSL und Festnetz, ist aber sowohl technisch als auch rechtlich vom Anschluß des Bekannten getrennt.
Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist die Sicherheit ein wichtiger Faktor. Je genauer ich die Konfiguration meiner Accesspoints beschreiben würde, umso angreifbarer wären sie auch. Gleiches gilt dann auch für andere Funknetze, welche anhand meiner Beispiele konfiguriert werden.
Zweitens verändern sich die Softwares und Konfigurationstools ständig. Manchmal geht das so schnell daß ich einen gerade fertiggestellten Artikel schon wieder revidieren müßte. Was zum Zeitpunkt der Artikelfertigstellung noch aktuell und richtig war kann später durch neue Entwicklungen und auch Sicherheitserkenntnisse falsch werden.
Drittens ist der Lerneffekt nicht zu unterschätzen. Nur wenn man sich als Netzwerker intensiv mit der Konfiguration von WLAN-Geräten auseinander setzt, sich in die verschiedenen Serverdienste einarbeitet usw. entwickelt man ein umfassendes Verständnis für die Funktion eines Netzwerks und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten.
Der Schaltplan zeigt die Lötseite des Sub-D Steckers. Dies ist bei elektronischen Schaltplänen dieser Art üblich. Im Zweifel kann man auch die Numerierung verwenden die bei den meisten Sub-D Steckern im Isolationsmaterial zwischen den Pins aufgeprägt ist. Diese stimmt mit der Numerierung im Schaltplan überein.